Gästezimmer: 9 Fragen an Stephan Siegrist

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Stephan Siegrist muss ich wohl nicht gross vorstellen hier. Stef ist einer der erfolgreichsten Spitzenalpinisten der Schweiz. Letzten Herbst war er zusammen mit Dres Abegglen und dem Fotografen und Alpinisten Thomas Senf im Kashmir und sie konnten drei Erstbegehungen machen. Stef ist seit vielen Jahren auf grossen Expeditionen unterwegs: u. a. in Patagonien, im Himalaya und in der Antarktis. Er klettert schwere Routen, ist aber auch ein geschickter Highliner (Slacklinen in grosser Höhe) und Basejumpen tut er grad auch noch. Die Eigernordwand kennt er wohl fast im Schlaf, und die Erstbesteigungen kann man auf seiner Website nachlesen, das würde hier den Rahmen bzw. den Platz sprengen.

Seit wir in Thun wohnen, haben wir Stef persönlich kennengelernt. Was mich immer wieder beeindruckt ist seine Bescheidenheit. Stef könnte mit seinem Können und seinen Erfahrungen ein arroganter Gockel sein – das Gegenteil ist der Fall. Stef muss aber ganz andere Qualitäten haben, die ich natürlich nicht kennenlerne, wenn wir uns im warmen Zuhause oder in kindertauglichem Gelände treffen. Bei den Expeditionen in totaler Abgeschiedenheit und Kälte braucht es einiges an alpinistischen, aber auch sozialen Kompetenzen, um schwierige Routen zu klettern und auch, um schwierige Entscheide zu fällen. Im Film ‚Berge im Kopf‘ hat man einen Eindruck davon erhalten können.

Es freut mich sehr, dass Stef die 9 Fragen des Bergbüro-Blogs beantwortet.

Name: Stephan Siegrist
Alter: 42
Beruf: Bergführer/Profi Alpinist
Arbeitgeber: Selbständig

1. Lebst Du ländlich oder in der Stadt – und weshalb?
Ländlich, aber nahe von Interlaken. Eine Wohnlage mitten in der Natur ist für mich aus verschiedenen Gründen wichtig. Zum einen meide ich grosse Menschenansammlungen. Weiter ist es für mich ein Privileg, gleich hinter der Haustür die Natur zu erfahren – ohne Reiseweg. Gleich hinter dem Haus das Training in guter Luft zu starten, und klar ist für mich auch wichtig, dass die Kinder möglichst viel mit der Natur konfrontiert sind.

2. Wie startest Du in einen Arbeitstag?
Leider in der Regel erst im Büro (zu Hause), danach versuche ich möglichst einmal am Tag entweder Kraft oder Ausdauer zu trainieren.

3. Wie hältst Du Dich fit?
Durch Klettern, Bouldern, Biken, Joggen oder Fitnessraum.

4. Wie entspannst Du Dich?
Indem ich mit den Kindern etwas unternehme ist für mich (normalerweise) eine gute Entspannung, alles ist dann etwas langsamer (:- und die Kids lassen kaum Raum für anderes. Aber auch Zusammensein mit guten Freunden und – leider zuwenig – Sauna oder eine Massage.

5. Was bedeuten Dir die Berge?
Die Berge und alles was sich darum dreht sind klar ein zentraler Punkt in meinem Leben.
Mein Hobby, mein(e) Beruf(ung)…meine Leidenschaft. Berge bedeuten mir aber vor allem auch Freiheit und Ruhe. Intensive Zeit mit meinen Freunden zu erleben. Körperliche und mentale Herausforderung.

6. Was liest Du zurzeit?
Darm mit Charme …und die Geschichte des Matterhorns, weil ich  einen Vortrag über dieses halten muss.

7. Was ist Dein üblicher Proviant?
Früchte, Kraftriegel, Brot und Schokolade…und am liebsten ein Sandwich. Kommt klar auf den Ort an. Beim Bergsteigen soll der Lunch insbesondere nährreich sein, beim Sportklettern ist viel wichtiger: lecker!

8. Wo und wie hast Du Deine letzten Ferien verbracht?
In Gruyère beim Fahrradfahren und Campen mit der Familie, ist auch schon wieder eine Weile her. Zur Zeit gerade für 3 Wochen mit der Familie ich den Staaten bei Familienbesuch, mit Wellenreiten und etwas Klettern.

9. Hast Du spezielle Pläne für die nächsten Monate? Wenn ja: Welche?
Verschiedene – hängt klar davon ab, ob ich sie auch finanzieren kann. Schon sicher steht ein Projekt in der Schweiz an und im Herbst wieder eine Expedition im Kashmir/Himalaya.

Über die bisherigen und kommenden Projekte von Stephan Siegrist könnt ihr euch auf seiner Website auf dem Laufenden halten.

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