Gästezimmer: 9 Fragen an Marianne Ebneter

Marianne Ebneter

Name: Marianne Ebneter
Alter: 50 Jahre
Beruf: Bergführerin, Turn-und Sportlehrerin
Arbeitgeber: selbständig

Es ist höchste Zeit, dass endlich eine Bergführerin die 9 Fragen hier auf dem Bergbüro-Blog beantworten darf. Frauen mit diesem Beruf zählen immer noch zu einer Minderheit. Zurzeit sind 31 Bergführerinnen Mitglied beim Schweizer Bergführerverband SBV – bei den Männern sind es deren 1’530. Jeweils im September erhalten die erfolgreichen Aspirantinnen und Aspiranten ihr Bergführer-Diplom; gut möglich, dass dieses Jahr auch wieder eine Frau mit dabei sein wird.

Mary ist den grössten Teil des Jahres als Bergführerin mit Privatgästen unterwegs. Sie ist zudem Teilhaberin der Kletterschule YoYo und leitet dort einen Teil des Kursprogrammes.

Bei einem Telefongespräch mit Mary stelle ich fest, dass auch sie wie andere Bergführer einen nicht mehr klar identifizierbaren Dialekt hat. Ihr sympathisches Appenzellerisch drückt aber immer wieder nach vorne. Man darf sich wohl von ihrem blonden, blauägigen Äusseren nicht täuschen lassen: Die Frau kann bestimmt die Führung übernehmen und klar sagen, was Sache ist. Mit Mary würde ich mich auch in die Berge begeben!

1. Lebst Du ländlich oder in der Stadt – und weshalb?
Ich lebe ländlich, da ich sehr gerne in und mit der Natur lebe, die Vielfalt der Pflanzen liebe, gerne frisches Gras rieche, das Gebimmel der Schafe und Kühe höre, die Ruhe geniesse…

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Stammtisch: Gian im Bergell

Gian hatte kürzlich eine Vorstellung mit dem „Russ im Bergell“ vor dem Palazzo Salis in Soglio. Anschliessend nutzte er die Gelegenheit für eine Wanderung. Gian erzählt:

Das war ein Ding!
Soglio – Presagnolapass – Bergalgapass – Passa della Duana – Soglio.

12 Stunden unterwegs, 10 ein halb Stunden Marschzeit (auah!), null Training vorher, dafür hab ich diese Tour vor 10 Jahren gemacht. Super, bin auch nur unwesentlich älter. Abends um acht wieder zurück in Soglio. Der Gang mit den Flip Flops vom Parkplatz mit dem wohverdienten Hefeweizen war dann auch die Sahnetorte. Wie auch immer: Der Tag ist unvergesslich, ein Geschenk, alleine über Stunden und Stöcke und Steine…
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Schaufenster: Duftende Bergschuhe

Wer kennt es nicht. Stundenlang stiefelt man mit Bergschuhen durch die Gegend. Und weil der Mensch schwitzt, riechen die Dinger nach dem Gebrauch nicht bei allen gleich neutral.

Wir wurden kürzlich in einen Trick eingeweiht. Der wurde ausprobiert und für gut befunden. Es ist ab sofort ganz einfach, die olfaktorischen Noten von Berg- oder Skischuhen zu neutralisieren:

Man nehme günstigen, gemahlenen Kaffee, gebe zwei Handvoll davon in eine dünne Socke, verknote diese und lege sie in den Schuh. Abrakadabra! Die Schuhe duften schon nach kurzer Zeit nach Kaffee.

Kaffee in Schuhen

PS: Ob das auch mit Kletterfinken funktioniert, haben wir nicht getestet. Falls das jemand machen sollte und es gelingt, so bin ich dankbar um eine Rückmeldung – die ich gerne an dieser Stelle weitergeben werde.

Schaufenster: Stockhorn Sport

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Als ich vor drei Jahren das Bergbüro lancierte, ging ich das erste Mal in meinem Leben an eine Fachmesse für Outdoor-Sport. Ich war beeindruckt und etwas überfordert ob der schieren Menge an Ständen und Menschen an der OutDoor in Friedrichshafen. Damals kannte ich praktisch niemanden aus der Branche – lediglich die Geschäftsführer der Läden, in denen ich einzukaufen pflegte.

Jedes Jahr begegne ich auch Sylvie Brand vom Stockhorn Sport an der Messe in Friedrichshafen. Ich kenne Syle vom Bouldern im B2, und seit wir in Thun wohnen, war ich natürlich auch schon in ihrem Laden. Schon länger hat mich interessiert, was die Ladenbesitzer an der Messe machen.

Um diese Fragen beantwortet zu kriegen, traf ich mich kürzlich mit Syle. Dabei fingen wir ganz vorne an: Wie lange ist Syle überhaupt schon dabei? Es stellt sich heraus, dass sie – man glaubt es kaum – ein Urgestein der Sportladenbranche ist. Vor 20 Jahren hat sie den Stockhorn Sport blutjung übernommen. Zuvor hatte sie im Eiselin eine Lehre als Sportartikelverkäuferin absolviert. Schon damals war es ihr Traum, mal einen eigenen Laden zu haben. Hätte sie gewusst, meint sie lachend, worauf sie sich einlässt – sie hätte wohl die Finger von der Sache gelassen. Zwei Wochen habe sie damals Zeit gehabt zum Entscheiden. Dann hat sie zugeschlagen.
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Schaufenster: Alpine Sicherheit

Bild Alpine Sicherheit
Ob doppelt besser hält und schützt?

Alle, die Klettern oder z’Berg gehen, haben es wohl schon erlebt: Die routinierten Handhabungen beim Abseilen oder Sichern gehen plötzlich fehl. Man bindet sich falsch beim Sitzgurt ein, vergisst, beim Abseilen einen Knopf in die Seile zu machen oder knüpft den Prusik nicht richtig. Wenn man Glück hat, kommt man mit dem Schrecken davon – ohne Glück kann ein solcher Lapsus fatale Folgen haben.

Zwar befasst man sich beim Bergsteigen und Klettern immer auch mit Sicherheit, aber: Niemand ist unfehlbar. Gerade geübte Bergsteigerinnen und Kletterer laufen Gefahr, den Autopiloten einzuschalten und nicht mehr jedes Mal zu überprüfen, was die Hände tun.
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